Gymnasium Kirchheim
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Der Erziehungsauftrag der Schule


Neben dem Unterricht, der natürlich stets auch erzieherische Arbeit leistet, hat sich das Gymnasium Kirchheim vor allem seit den frühen 90er Jahren- für die damalige Zeit für Gymnasien eher ungewöhnlich- intensiv und dezidiert der Erziehungsaufgabe zugewendet. Wichtige Schritte auf dem Weg zu einer gemeinsamen und vom Konsens aller getragenen pädagogischen Grundsätze waren dabei die Verweisregelung sowie die gemeinsam mit dem Elternbeirat initiierte und auf der Basis einer Schulevaluation durchgeführte Kampagne gegen Mobbing, die auch von der MB-Dienststelle professionell begleitet wurde. Im Verlauf der folgenden Jahre sind in der Vision, der Mission und vor allem in der Schulvereinbarung die Initiiativen verdichtet und implementiert worden, indem sie von der gesamten Schulfamilie gemeinsam erarbeitet und schriftlich dokumentiert wurden. Aktuelle Gestalt finden diese Dokumente (Bsp. "Pädagogischer Konsens") unter anderem in jedem Verweisgespräch, das der Stärkung der gemeinsamen erzieherischen Anstrengungen von Elternhaus und Schule dient, in dem Unterschreiben der Schulvereinbarung aller 5.Klässler zu Beginn des Schuljahres, in den ZfL-Stunden, in der Rückmeldung zu den alljährlichen Schülerbefragungen, im Einsatz der mitverantwortlichen Schüler für eine Wertegemeinschaft und neuerdings auch im Wirken der Schulsozialarbeit, die zusätzlich auch zur Initiierung des "Sozialen Netzwerks Gyki" führte, das sich vordringlich um stark verhaltensauffällige Kinder kümmert.  

Neben der alltäglichen Erziehungsarbeit aller Lehrkräfte in den Klassen, bei Aufsichten, Exkursionen etc. haben wir uns in den letzten Jahren neben der Weiterführung von bewährten erzieherischen Maßnahmen wie ALF, Skill, Drogen- und Suchtpräventionsanstrengungen, Erarbeitung und Umsetzung der Schulvereinbarung, Gelbe Karten und Verweisregelung mit den dazugehörigen Elterngesprächen und dem Ziel der gemeinsamen Wahrnehmung der Erziehungsaufgabe etc. vor allem einer verbesserten Konfliktintervention und –prävention zugewendet. Diese wurde auf dem Hintergrund von Evaluationsergebnissen bei den Schülerbefragungen in einzelnen Klassen sowie aus aktuellen Anlässen und Erfahrungen vor allem der Vertrauenslehrer entwickelt und hat auch in Form des "Auszeitkonzepts" Gestalt gefunden.

Diese vorbeugenden und intervenierenden Maßnahmen haben in einzelnen Klassen und für einzelne Schüler zu deutlichen Erfolgen geführt. Zudem hat das Konzept im Rahmen des Runden Tisches Eingang in die schulinterne Fortbildung und damit in die Praxis vieler Kollegen gefunden.

Die in den letzten Jahren in mehreren schwierigen Klassen mit oftmals schwerwiegenden Einzelschicksalen durchgeführten Konfliktinterventionen haben sicher auch dazu beigetragen, dass die seit mehreren Jahren umgesetzten Anti-Mobbing-Maßnahmen am Gyki sich auch in den Ergebnissen der Schülerevaluation niederschlagen.

Unsere seit mehreren Jahren identisch gestellten Fragen zu den Themen Gewalt/Mobbing und „Wohlfühlfaktor in der Klasse“ erbrachten dieses Jahr nochmals ein besseres Gesamtergebnis. Vor allem im Kontext der momentanen Diskussion zum Thema Gewalt an Schulen können wir sicher stolz auf diese Entwicklung sein, weil die Zahlen unabhängig vom statistischen Wert schlichtweg bedeuten, dass wir für einige sehr belastete Kinder Entlastung geschaffen haben, die in Einzelfällen, das bestätigen Elternrückmeldungen, eine völlig neue Lebensqualität für Kinder und für ganze Familien bedeuten kann.


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